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Zunächst einmal: Umweltanalytik ist nicht gleichbedeutend mit Umweltschutz.
Umweltanalytik nach modernen Gesichtspunkten, d.h. den lokalen Erfordernissen angepasst
und mit modernsten Analysenmethoden ausgerüstet, ist aber das erste und damit ein
sehr wichtiges Instrument des Umweltschutzes. Nur wenn wir feststellen können, wie
hoch die Belastung unserer Umwelt, sei es in Boden, Wasser oder Luft, mit einem bestimmten
(Schad-) Stoff ist, wenn wir zurückverfolgen können, woher dieser Stoff stammt,
können wir Massnahmen zur Vermeidung der Belastung treffen.
Wir alle leben von und in unserer Umwelt. Wie wichtig deren Reinhaltung ist, hat man erst
in den vergangenen Jahrzehnten begriffen. Dass auch geringste Mengen hochtoxischer Stoffe
wie Organochlorinsektizide (z.B. DDT) in der Lage sind, gesamte Ökosysteme auf Jahre
zu zerstören, war den Menschen noch vor einigen Jahrzehnten nicht bewusst.
Häufig werden wir erst aufmerksam, wenn wie z.B. vor einiger Zeit in der Theiss in
Ungarn, die Fische mit dem Bauch nach oben im Wasser treiben.
Unser Kanton ist schon seit sehr langer Zeit dicht besiedelt und gilt als
hochindustrialisierte Region. Daher ist es von besonderer Wichtigkeit, die Qualität
unserer Umwelt zu überwachen. Wir sammeln mehr und mehr Erkenntnisse über die
Zusammenhänge von z.B. Luftschadstoffen und Atemwegserkrankungen, lernen mehr
über die Zusammenhänge von Fischsterben, schleichendem
Fischpopulationsrückgang und übermässigem Algenwachstum mit dem Ansteigen
bestimmter Schadstoffe im Wasser in geringsten Spuren. Daher ist es von immensem
Interesse, die Belastung und den Eintrag von Schadstoffen in das Ökosystem messen und
überwachen zu können.
Hierzu sind modernste Analysenmethoden mit sehr niedrigen Bestimmungsgrenzen
unerläßlich. Nur die Schadstoffe, die wir erkennen und quantifizieren
können, können wir in Zukunft auch verringern bzw. vermeiden.
Umweltanalytik heisst auch, in unterschiedlichsten Materialien wie Bodenproben,
Klärschlamm, Abwasser, Flusswasser und Quellwasser mit hoher Genauigkeit sowohl
Belastungen durch Schadstoffe als auch Konzentrationen natürlich vorkommender
Verbindungen und Elemente erkennen und quantifizieren zu können. Damit sind an die
Mitarbeiter eines Umweltanalytiklabors hohe Anforderungen gestellt. Diese müssen die
Analysenmethoden ständig den wechselnden Anforderungen anpassen. So kann z.B. eine
Abwasserprobe, in der untersucht werden soll, ob die Grenzwerte der Schwermetallbelastung
eingehalten werden, nicht gleich behandelt werden wie eine Quellwasserprobe. Die
Mitarbeiter stellen sich also täglich neuen Herausforderungen.
Durch die ständige, kompetente Überwachung der Qualität unserer ober- und
unterirdischen Gewässer, von belasteten und unbelasteten Böden, der Luft und
weiterer Faktoren können wir nicht nur die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen
überprüfen, sondern darüber hinaus zur nachhaltigen Entwicklung unserer
Umwelt beitragen. Nicht mehr und nicht weniger soll Umweltanalytik leisten.
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