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Prioritäten und neue Strategien
Die bisherigen Strategien der innerbetrieblichen Abwasserbehandlung konzentrierten sich vor allem auf die klassischen Schadstoffe, wie Chlorkohlenwasserstoffe, Mineralöle oder Metalle. Nachdem die entsprechenden, meist branchenorientierten Sanierungsprogramme weitgehend abgeschlossen sind, steht heute die Reduktion der problematischen organischen Verbindungen im Vordergrund. Diese naturfremden Chemikalien - die auch mit dem Begriff «xenobiotische Stoffe» bezeichnet werden - finden in Industrie und Gewerbe bei vielen Prozessen Anwendung (z.B. synthetische Duftstoffe, Hormone, pharmazeutische Wirkstoffe etc.). Als Abwasserinhaltsstoffe lassen sich diese Verbindungen in den Kläranlagen oft nicht oder nur ungenügend abbauen und belasten damit die Gewässer und ihre Flora und Fauna. Aufgrund ihrer weiten Verbreitung und unterschiedlichen ökologischen Relevanz (über 70 000 verschiedene Verbindungen) ist den xenobiotischen Stoffen mit den üblichen technischen Vorbehandlungsmassnahmen nicht beizukommen.
Als wirksamste Lösung hat sich dementsprechend die Strategie der Vermeidung und Verminderung erwiesen. Bei Massnahmen zur abwassertechnischen Sanierung verpflichtet das AUE die Betriebsinhaber deshalb vermehrt, die Stoffflüsse aller Prozesse zu überprüfen und, wenn immer möglich, abwasser- oder chemikalienfreie Verfahren anzuwenden. Das bisherige Konzept des stofforientierten Vollzugs soll damit zunehmend durch eine dynamische, prozessorientierte Vorgehensweise ergänzt werden.
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