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Zeitgemässer Gewässerschutz setzt eine ganzheitliche Betrachtung des
Gewässers voraus. Dabei sind im Sinne der Eidgenössischen Gewässerschutzverordnung bei der Wasserqualität, bei der Hydrodynamik und im Bereich der
Gewässerstrukturen naturnahe Verhältnisse anzustreben, damit sich wieder
artenreiche Lebensgemeinschaften einfinden und selbst reproduzieren können.
Im Rahmen der regelmässigen Überwachung unserer Fliessgewässer werden neben
der Wasserqualität auch die Strukturgüte sowie die Wanderhindernisse erfasst.
Periodisch wird auch der Bestand der wirbellosen Kleinlebewesen untersucht.

Wirbellosenfauna der Gewässersohle
(Foto H. Handschin)
Ökomorphologie
Die meisten unserer städtischen Bäche und Flüsse sind geprägt durch
künstlich-monotone Gewässerbettstrukturen. Im Laufe des letzten Jahrhunderts
wurde vielerorts die Vernetzung zwischen Wasser und Land sowie in Längsrichtung durch
Ufer- und Sohlenverbauungen stark eingeschränkt. Diese strukturellen Defizite waren
die Folge gesellschaftlicher Vorgaben, welche Raum für Bauten und
Infrastrukturanlagen sowie einen ausreichenden Hochwasserschutz beinhalteten.

Wiese bei Freiburgerbrücke
Das AUE liess bisher die Strukturgüte von rund 35 Fluss- und Bach-Kilometer
untersuchen. Dabei wurden ökologisch bedeutsame Parameter wie z.B. Verbauungsgrad von
Sohle und Böschung, Breite und Beschaffenheit des Uferbereichs etc. beurteilt. Von
den untersuchten Gewässern weisen nur die Bäche in Riehen und Bettingen
naturnahe Abschnitte auf.

Wanderhindernisse
In Ergänzung zur ökomorphologischen Bewertung werden alle für Fische
relevanten Aufstiegshindernisse erfasst, welche die Wanderung und damit die Ausbreitung in
Längsrichtung behindern oder gar verunmöglichen. Darunter fallen Wehre,
Abstürze und sonstige Sohlstufen meist künstlichen Ursprungs ebenso wie
Verrohrungen oder Eindolungen.
 Verrohrung bei Bachübergang |
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 Schwelle |
Makroinvertebraten
Gewässer beherbergen eine speziell angepasste Pflanzen- und Tierwelt. Für die
biologische Zustandsbeschreibung eignen sich neben den Fischen auch die von blossem Auge
noch erkennbaren, wirbellosen Kleinlebewesen, sog. Makroinvertebraten.

Larve einer Köcherfliege
(Hydropsyche sp.)
Diese in und auf der Gewässersohle lebenden Kleintiere haben zum Teil sehr
unterschiedliche Ansprüche an ihren Lebensraum und reagieren oft empfindlich auf sich
verschlechternde Umgebungsfaktoren wie Wasserqualität, Strukturgüte etc. Durch
die regelmässige Analyse der Artengemeinschaft kann die Einhaltung der ökologischen Ziele überprüft werden. Dabei kann davon ausgegangen werden, dass ein naturnahes,
unbelastetes Fliessgewässer mehr Insekten- als Nichtinsektenarten aufweist und die
Artenvielfalt entsprechend hoch ist.

Flussflohkrebs (Gammarus roeselii)
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