Fassaden- und Dachbegrünung
In der dicht bebauten Stadt besitzen Fassaden und Flachdächer ein riesiges Potenzial für lebendiges Grün. Kletterpflanzen und extensive Dachbegrünungen verbessern das Stadtklima, bieten Lebensraum für Tiere und Pflanzen geben dem Haus eine schützende Schicht, die im Winter isoliert und im Sommer kühlt.
Nützliche Informationen und Publikationen zu Dach- und Fassadenbegrünungen finden sich bei der Basler Stadtgärtnerei und der Fachstelle Dachbegrünung.
Tipps
KLETTERPFLANZEN
Planung
Auch als Mieter oder Mieterin können Sie bei der Verwaltung eine Fassadenbegrünung vorschlagen oder auf dem Balkon aktiv werden. Überlegen Sie vor dem Kauf, welche Pflanze am besten passt: Kletterform, Wuchshöhe, Bedürfnisse bezüglich Licht, Wärme, Wasser etc.
Im Öffentlichen Raum
Auch im Strassenraum, auf dem Trottoir, können Pflanzgruben für Kletterpflanzen angelegt werden. Besonders bewährt hat sich die Form der Halbschale mit Schutzgitter. Falls die Grube auf die Allmend zu liegen kommt, müssen Sie eine Bewilligung einholen. Bei der Stadtgärtnerei erhalten Sie Hilfestellungen für das Genehmigungsverfahren.
Natürliche Wildnis
Wählen Sie für Ihre Begrünung eine einheimische Art. Die hiesige Flora umfasst viele Kletterpflanzen, die wunderschön blühen und Wildtieren Nahrung bieten.
Kletterhilfe
Beachten Sie die verschiedenen Kletterformen der Pflanzen! Es gibt Selbstklimmer (z.B. Efeu), Schlinger oder Winder (z.B. Geissblatt, Hopfen), Ranker (z.B. Wald- und Weinrebe, Zaunrübe) und Spreizklimmer (z.B. Kletterrose, Kletterbrombeere). Die Auswahl der Kletterhilfe muss sich nach der Kletterform der Pflanze richten. Daneben spielen aber auch ästhetische und bauliche Fragen eine Rolle. Informieren Sie sich im Gartengeschäft oder in der Literatur über die verschiedenen Gerüstsysteme und ihre Verankerung in der Hauswand. Besonders wichtig ist die Stabilität (Wind!) und das Vorgehen bei Wänden mit Aussenisolation.
Zahlreiche Möglichkeiten
Es muss nicht immer eine Fassadenbegrünung sein: Sie können auch Balkone, Terrassen, Eingänge, Zäune, Velounterstände, Sichtschutzwände, Betonpfeiler oder Gartenlauben verschönern.
DACHBEGRÜNUNGEN
Extensive Begrünung
Dächer, vor allem Flachdächer, können extensiv oder intensiv begrünt werden. Aus ökologischer Sicht ist eine extensive Begrünung vorzuziehen. Sie eignet sich auch für Schrägdächer und zieht keine aufwendige Konstruktion und Pflege nach sich. In der Regel genügt es, aufkommende Gehölze auszureissen.
Aufbau in Schichten
Extensive Dachbegrünungen benötigen nur eine dünne Substratschicht, z.B. aus Kies oder Mergel. Je nach Zusammensetzung des Substrats kann auf eine Drain- und Filterschicht verzichtet werden. Die bestehende Dachabdichtung sollte in jedem Fall mit einer speziellen Schutzschicht vor Durchwurzelung bewahrt werden. Üppig begrünte Dächer benötigen dagegen eine nährstoffreiche Erdmischung und einen Untergrund aus mehreren Schichten und Schutzbahnen.
Nivellierung der Substratschicht
Dachbegrünungen werden meist als ebene Flächen angelegt, sodass die dünne Bodenschicht im Sommer oft vollständig austrocknet. Für viele Bodentiere bedeutet das den sicheren Tod. Besser ist, die Fläche mit kleinen Hügeln zu versehen, damit verschieden feuchte Kleinlebensräume für Tiere und Pflanzen entstehen.
Spontane Besiedlung
Extensiv begrünte Dächer beherbergen Arten, die sich in der Natur auf Kies- und Sandbänken wohlfühlen, wie z.B. der Mauerpfeffer. Eine Ansaat ist nicht unbedingt nötig. Sogar mitten in der Stadt stellen sich in ein bis drei Jahren viele Arten von selbst ein und verwandeln das Dach in eine spannende Beobachtungsfläche.
Kombination mit Solaranlagen
Dachbegrünungen und die Installation von Sonnenkollektoren oder Fotovoltaik-Anlagen schliessen sich nicht aus. Im Gegenteil: Beide Massnahmen können vorteilhaft kombiniert werden.
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