Werkzeugkasten

Je nach Bedürfnis zieht es uns in der Stadt an unterschiedliche Orte mit unterschiedlichen Klangqualitäten: Möchten wir ein Gespräch führen, suchen wir unbewusst einen Ort mit guter Sprachverständlichkeit. Wollen wir der Alltagshektik entfliehen, zieht es uns an sogenannte Ruheinseln. Im normalen Alltag bevorzugen wir akustisch abwechslungsreiche Orte. Dagegen meiden wir akustisch monotone Orte, an denen technische Geräusche das Klangbild dominieren. Diese Orte unterscheiden sich stark von guten Klangräumen, die oft eine sehr grosse Klangvielfalt unter anderem auch von Naturgeräuschen aufweisen. Ruhige Orte, die keine Naturgeräusche anbieten, wirken dagegen schnell steril und wenig authentisch.

In Basel und Zürich wurden öffentliche Räume auf ihre Klangraumqualität hin untersucht. An den Begehungen beteiligten sich die Mitarbeitenden der Lärmschutzabteilungen der Kantone Zürich und Basel-Stadt sowie der Stadt Zürich unter Führung des Urbanisten Trond Maag und des Klangkünstlers Andres Bosshard. An gut klingenden Orten wie auch an Orten mit schlechter Klangqualität konnten Erfahrungen aus den angetroffenen Gegebenheiten gesammelt werden. An veränderbaren Faktoren, die an den untersuchten Plätzen anzutreffen waren, konnten geeignete Massnahmen entwickelt werden, die den Klang dieser Orte beeinflussen. Diese Massnahmen wurden in Form eines Werkzeugkastens in der Publikationsreihe «Chancen im Lärm - Klangraumgestaltung» unter dem Titel «Klangqualität für öffentliche Stadt- und Siedlungsräume» festgehalten.

Der Werkzeugkasten ist eine Planungshilfe. Er zeigt anhand von 13 Lösungsansätzen, wie ein verbesserter Klangraum interdisziplinär geplant und gestaltet werden kann. Anwendungsbeispiele verdeutlichen die vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten durch kreative Umsetzungsvorschläge.

Mit der Publikation der Schriftenreihe «Chancen im Lärm - Klangraumgestaltung», unter dem Titel «Akustisch gute Architektur für Strassenräume» von Inès und Fabian Neuhaus (beide zertifizierte Akustiker (MIOA), werden die Einflussfaktoren der akustischen Qualität insbesondere im Einwirkungsbereich von Strassen vertieft.
 

MEHR ZUM THEMA

'Durch Klangraumgestaltung mehr Lebensqualität' Bericht aus der Zeitschrift Collage; Ausgabe 5/16