Neozoen

Unter dem Begriff Neozoen werden wild lebende Tierarten zusammengefasst, die nach der Entdeckung Amerikas, im Jahr 1492, unter direkter oder indirekter Mitwirkung des Menschen in ein Gebiet gelangt sind, in dem sie zuvor nie heimisch waren. Als Ursachen der Verschleppung gelten u. a. der Personen- und Güterverkehr, der unachtsame Umgang mit importierten Arten sowie die globale Erwärmung.

Einige dieser Arten haben sich durch ihr invasives Verhalten erfolgreich etablieren können, denn diese Neozoen stellen keine besonders hohen Ansprüche an ihren Lebensraum, zeichnen sich durch ein stark räuberisches Verhalten und eine hohe Fortpflanzungsrate aus und können für das Auftreten von Krankheiten verantwortlich sein. Dadurch gefährden sie die einheimische Fauna und damit die Biodiversität.

Signalkrebs mit Eiern Zoom

Signalkrebs mit Eiern

Signalkrebs und Galizierkrebs Zoom

Signalkrebs und Galizierkrebs

Kessler-Grundel Zoom

Kessler-Grundel

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Körbchenmuschel
Foto: Stephanie Schmidlin

Grosser Höckerflohkrebs Zoom

Grosser Höckerflohkrebs
Foto: D. Küry

Neozoen wurden in der Vergangenheit auch in Basler Gewässer eingeschleppt. Als invasiv gelten die zu kulinarischen Zwecken aus Amerika eingeführten Krebsarten Signalkrebs und Kamberkrebs sowie der aus Osteuropa stammende Galizierkrebs. Diese Arten werden seit den 1970er- bzw. 1980er-Jahren in Schweizer Gewässern beobachtet.

Die beiden amerikanischen Krebsarten sind meist Träger eines pilzlichen Erregers, Auslöser für die tödlich verlaufende Krebspest. Während die Krankheit die einheimische Krebsfauna auslöscht, überleben die amerikanischen Krebsarten aufgrund ihrer Immunität. Wie in anderen Kantonen bekämpft auch das AUE diese fremdländischen Krebsarten mithilfe von Reusen.

Seit Herbst 2011 werden im Rhein verschiedene aus dem Schwarzmeer stammende Grundelarten nachgewiesen: die Kessler-Grundel und die Schwarzmaulgrundel. Es ist zu befürchten, dass in naher Zukunft aus dem Oberrhein weitere invasive Grundelarten in Basel eintreffen. Sie sind räuberische Allesfresser, welche die Lebensräume der heimischen Groppe besetzen und diese allmählich verdrängen. Zudem können sie durch Laichfrass den Bestand anderer Fischarten stark dezimieren. In Zusammenarbeit mit der Uni Basel werden derzeit Bekämpfungsmassnahmen erforscht.

Im Rhein besteht die Wirbellosenfauna der Gewässersohle fast nur noch aus Neozoen. Sie stammen grösstenteils aus dem Schwarzmeerraum und wurden mit der Eröffnung des Rhein-Donau-Kanals im Jahr 1992 mit dem Schiffsverkehr eingeschleppt. Aktuell machen sie bis zu 95 % der gesamten Wirbellosen-Biomasse aus.

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