Beurteilungsgrundlage

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SIA-Norm 181 und Vollzugshilfe Cercle Bruit

Die Abteilung Lärmschutz des Amts für Umwelt und Energie muss die Übertragung des Innenlärms von Gastgewerbebetrieben auf angebaute lärmempfindliche Nachbarnutzungen (z. B. Wohnungen und Büros) beurteilen, sei es im Rahmen von Baubewilligungsverfahren, aber auch im Beschwerdefall. Wir stützen uns dabei auf die Anforderungen an die Schalldämmung der Trennbauteile nach der SIA-Norm 181 (Schallschutz im Hochbau) des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins in der aktuellen Fassung von Juni 2006.

Für den Musikbetrieb sind in der SIA-Norm 181 auch Anforderungen an die Schalldämmwerte der Trennbauteile vorgegeben. Dies gilt bereits ab Hintergrundmusik, die in der Praxis einem Innenraumpegel (LAeq 10 Sek.) von höchstens 75 dB(A) entspricht. Für lautere Musik als Hintergrundmusik sind zudem die Vorgaben gemäss Anhang A der SIA-Norm 181 zu beachten. Ausserdem gelten bei Musikbetrieb die Grenzwerte der Vollzugshilfe der kantonalen Lärmschutzfachleute (Cercle Bruit).

Boulevardplan Innenstadt

Der Boulevardplan Innenstadt regelt die Öffnungszeiten von Aussenrestaurants wie Garten- und Boulevardlokalen, bewirteten Aussenterrassen sowie Buvetten im innerstädtischen Bereich. Analog dazu werden diese Öffnungszeiten im übrigen Stadtgebiet gemäss Lärmempfindlichkeitsstufe des entsprechenden Gebiets festgesetzt. Für spezielle Standorte können die Öffnungszeiten aber auch vom Boulevardplan abweichen und angepasst an den jeweiligen Einzelfall geregelt werden.

Beurteilungsinstrument für Veranstaltungen (BIV)

Das BIV ist ein Beurteilungsinstrument für Veranstaltungslärm auf öffentlichen Plätzen und dient dazu, die Lärmbeurteilung von Kulturveranstaltungen unter Berücksichtigung der aktuellen Rechtsprechung zu vereinheitlichen. Bestehende Bespielungspläne können mit dem BIV rechtlich überprüft und neue Bespielungspläne rechtskonform und unter Anwendung einer einheitlichen Beurteilung entwickelt werden.

Die Basis dieses Vergleichs ist die Lärmbelastung, die das Bundesgericht den Anwohnerinnen und Anwohnern der Veranstaltungen des «Kulturflosses» zumutet. Der erweiterte Ermessensspielraum des BIV bestimmt in erster Linie, wie intensiv ein Platz bespielt werden kann. Er ist die «Stellschraube» für die Intensität der Bespielung der öffentlichen Plätze. Sie sollte so justiert werden, dass sowohl das Interesse an einer Belebung der Stadt als auch das Ruhebedürfnis der Anwohnerinnen und Anwohner ausgewogen berücksichtigt werden.

Das Instrument ermöglicht damit, die speziellen Nutzungspläne gemäss NöRG (Gesetz über die Nutzung des öffentlichen Raums) dem heutigen Stand der Wissenschaft und Erfahrung anzupassen und auf Rechtskonformität zu prüfen.

Anleitung für Lärmmessungen und -beurteilungen von Diskotheken und Musiklokalen

Die vorliegende Anleitung trägt den Veränderungen in der aktuellen Musikszene bei der lärmtechnischen Beurteilung von Musiklokalen Rechnung. Sie bietet für Messungen und Beurteilungen von Musiklokalen einen vereinheitlichten Standard.

Die in der Anleitung erwähnte Musik-CD können sie bei der Abteilung Lärmschutz des Amts für Umwelt und Energie beziehen.
 

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