Kleinlebewesen

Kleinlebewesen Potamanthus luteus

In unseren Gewässern lebt eine speziell angepasste Pflanzen- und Tiergemeinschaft. Einige Organismengruppen sind geeignete Indikatoren, um den Gewässerzustand zu bewerten. Neben den Fischen sind dies wirbellose Kleinlebewesen (Makrozoobenthos) wie Krebse, Muscheln, Schnecken, Egel, Insekten u. a. Diese Organismen haben unterschiedliche Ansprüche an ihren Lebensraum und reagieren oft empfindlich auf sich verschlechternde Umweltfaktoren wie Wasserqualität, Strukturgüte etc. Die regelmässige Untersuchung der Makrozoobenthos-Zusammensetzung gemäss der vom Bund empfohlenen Methodik des Modul-Stufen-Konzepts erlaubt es, den biologischen Zustand watbarer Gewässer zu bewerten und im Rahmen von Erfolgskontrollen die Auswirkungen von Revitalisierungen zu überprüfen. Bei diesem Standardverfahren geht man davon aus, dass in naturnahen Gewässern mit guter Wasserqualität mehr Insekten- als Nichtinsektenarten leben und die Biodiversität höher ist als in verbauten und stofflich belasteten Gewässern.

Steinfliegenlarve Perla abdominalis Zoom

Die vom Aussterben bedrohte Steinfliege Perla abdominalis wurde seit 2006 wieder vereinzelt in der Wiese und im Neuen Teich gefunden (Foto D. Küry).

Blauflügel-Prachtlibelle Calopteryx virgo Zoom

Die Blauflügel-Prachtlibelle (Calopteryx virgo) lässt sich wieder regelmässig am Weilmühleteich beobachten.

Die Wiese und die mit Wiesewasser gespiesenen Nebengewässer in den Langen Erlen (Neuer Teich, Mühleteich, Riehenteich, Spittelmattbach, Alter Teich, Weilmühleteich) sind seit vielen Jahren von guter bis sehr guter biologischer Qualität und reich an seltenen, bedrohten Tierarten. Dennoch lässt sich das ökologische Potenzial dieses Gewässersystems mit gezielten Revitalisierungen noch verbessern, was auch die Chancen für die Weiterverbreitung seltener Arten in benachbarte Gewässer erhöhen kann.

Aufgrund von chemischen Belastungen und teils starken Gewässerverbauungen war der biologische Zustand von Birsig, St. Albanteich und Dorenbach seit Jahrzehnten nur von mässiger bis unbefriedigender Qualität. Erfreulicherweise zeigen aber die letzten Erhebungen von 2016/2017, dass sich der biologische Zustand des Birsig deutlich verbessert hat.