Speed-Networking für die Welt von morgen

drei Menschen in einer virtuellen Sitzung

Am 26. Mai 2021 fand der digitale Netzwerkanlass «Speed-Networking für die Welt von morgen» statt.

Netzwerken für morgen im Cyberspace

Ende Mai wagten wir ein Experiment und haben einen Anlass ins Netz verlegt, der eigentlich dort nicht hineingehört – so dachten wir. Nach einigem Zögern und Abwägen luden wir dann doch ein zum «Speed-Networking für die Welt von morgen». Die Absenderinnen und Absender waren der Verein BaselWandel, die Stadtteilsekretariate West und Kleinbasel sowie die Quartierkoordination Gundeldingen, das Amt für Umwelt und Energie und die Firma Ecos. Der Online-Netzwerkanlass war ein Prototyp, geboren in der Corona-Zeit als Notlösung, eigentlich geplant als Live-Anlass im Gundeldinger Feld im November 2020. Angesprochen waren Einzelpersonen und Organisationen, die sich in Basel heute schon für Umweltthemen engagieren oder Projekte in diesem Bereich vorantreiben.

Die Teilnehmenden des ersten Netzwerkanlasses von 2019 hatten sich für diesen Folgeanlass den Schwerpunkt «Vernetzung» gewünscht. Ziel des Abends war es denn, Menschen mit ihrem Know-how zusammenzubringen, neue Kontakte zu bekommen und konkrete Inputs zu spezifischen Herausforderungen zu erhalten.

Ende Mai 2021 kamen dann für die Dauer von zwei Stunden gegen 40 ökologisch Interessierte und Aktive auf einer Plattform namens «Airmeet» zusammen. In kleinen Gruppen und in einem vorgegebenen Rahmen fand so ein Austausch zu verschiedenen Themen statt. Ähnlich wie beim Speed-Dating für Singles sollte es innerhalb kurzer Zeit möglich sein, viele Engagierte und Gleichgesinnte zu treffen. Nach dem einfachen Schema «Wer bin ich», «Wo stehe ich» und «Was brauche ich» kam man schnell zur Sache. Damit es auch inhaltlich passte, konnte man sein Lieblingsthema schon bei der Anmeldung im Vorfeld angeben.

Innerhalb kürzester Zeit waren alle virtuellen Dreiertische besetzt und man landete automatisch in einem Raum mit zwei anderen Teilnehmenden. Jeder virtuelle Tisch hatte ein anderes Thema bzw. Anliegen wie zum Beispiel zum Know-how-Transfer, Fundraising oder zur Kommunikation. Inhaltlich lag die Bandbreite zwischen Kreislaufwirtschaft bis Klimapolitik.

So erhielt die Basler Macherschaft zum Beispiel die Anregung, für ihre ehrenamtlich Mitarbeitenden mehr Veranstaltungen anzubieten, um Freiwilligenarbeit besser wertzuschätzen und Offcut erhielt für ihren Umbau mit Holz, der unerwartet hoch ins Geld geht, eine nützliche Adresse, um die Kosten tief halten zu können. Eine Innenarchitektur-Studentin der HGK fand für ihren Community Space für Klima- und Ökoaktionen auf dem Freilagerplatz (Einweihung am 16. Juli) viele Multiplikatorinnen und Multiplikatoren.

Nach 21 Minuten wurde man aus den Gruppengesprächen zurückgeholt, teilte sich in einer anderen Dreiergruppe weitere Anliegen mit und erhielt im Gegenzug selber den einen oder anderen guten Rat oder Tipp. Am Ende der Veranstaltung hatte man also insgesamt dreimal in Gruppen zu dritt rotiert und acht neue Menschen kennengelernt.

Gehen Austausch und Kooperation im Cyberspace wirklich oder ist es am Ende doch der persönliche Kontakt vor Ort, der Verbindungen schafft und auf Dauer wirkt? Die Rückmeldungen der Teilnehmenden waren jedenfalls durchwegs positiv. Die meisten hatten die Intensität des Austausches nicht erwartet und fanden den Anlass insgesamt sehr motivierend und unterstützend. Das Online-Tool war praktisch und hilfreich und hat Vernetzung tatsächlich auch ermöglicht. Besonders geschätzt wurde das zufällige Aufeinandertreffen in Dreiergruppen. Definitiv gefehlt hat der informelle Austausch später beim Apéro. Er wird beim nächsten Netzwerkanlass im Mai 2022 garantiert eingeplant.